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  • 1
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    Singapore : Periodicals Archive Online (PAO)
    ASEAN Economic Bulletin. 2:2 (1985:Nov.) 83 
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  • 2
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    Unknown
    Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW) | ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Kiel, Hamburg
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: Angesichts der schwierigen Ausgangslage — starke Abhängigkeit der Wirtschaft von Rußland und hohe Folgelasten der Katastrophe von Tschernobyl — versuchte die weißrussische Regierung auch in der zweiten Jahreshälfte 1993 und zu Beginn des Jahres 1994, die Kosten der Systemtransformation in Gestalt eines Rückgangs der Produktion und einer temporären Verschlechterung des Lebensstandards möglichst gering zu halten. Dazu verschob sie immer wieder notwendige Reform schritte und griff auf planwirtschaftliche Methoden in der Wirtschaftspolitik zurück. Die wichtigsten Instrumente zur Aufrechterhaltung von Produktion und Beschäftigung waren unverändert umfassende Staatsaufträge, eine zentrale Steuerung des überwiegenden Teils der Investitionen, Vorzugskredite an Industrie und Landwirtschaft sowie Preiskontrollen. Die Privatisierung machte nur sehr langsame Fortschritte und erschöpfte sich weitgehend in der Umwandlung von Staatsbetrieben in staatliche Aktiengesellschaften. Die Liberalisierung der Preise erfolgte ebenfalls nur schleppend, mit der Konsequenz, 24 daß umfangreiche Subventionszahlungen den Staatshaushalt weiterhin belasten. Grundlegende Reformen des Steuersystems und der Ausgabenstruktur des Haushalts fanden bisher nicht statt. Die Geldpolitik war durch Vorzugskredite an Regierung, Landwirtschaft und für Investitionszwecke gekennzeichnet, und die Realzinsen blieben negativ. Diese Strategie ist erkennbar gescheitert. Zwar fiel der Rückgang von Produktion und Investitionen trotz der großen Abhängigkeit von den Wirtschaftsbeziehungen mit den übrigen Nachfolgestaaten der UdSSR 1992 und 1993 geringer aus als in Rußland, und die Arbeitslosenquote blieb mit offiziell etwa 1,4 vH Ende 1993 sehr niedrig. Aber die Kosten einer verschleppten Transformation nahmen im Laufe des Jahres 1993 rapide zu und kulminierten im ersten Quartal 1994 in einem Rückgang von Nationaleinkommen und Industrieproduktion von mehr als einem Drittel. Damit fiel der Produktionsrückgang am Anfang des Jahres deutlich stärker aus als in Rußland. Die Realeinkommen der Bevölkerung, die von Januar bis Juli 1993 konstant geblieben waren, nahmen seit August des vergangenen Jahres drastisch ab. Der Staatshaushalt zeichnete sich im ersten Quartal 1994 durch einen explosionsartigen Anstieg der Ausgaben und des Defizits aus. Im Außenhandel nahmen Exporte und Importe weiter ab, wobei für den Rückgang der Exporte neben der sinkenden Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Produkte weitverzweigte Kontrollen und Steuerbelastungen verantwortlich waren. Die Anlageinvestitionen sanken 1993 um 13 vH, so daß der ohnehin wettbewerbsschwache Kapitalstock zunehmend veraltete. Ausländische Investitionen fanden bisher kaum statt, u.a. weil eine Beteiligung von Ausländern an der Privatisierung offensichtlich unerwünscht ist. Kredite des Auslands flössen 1993 überwiegend an den Staatshaushalt und wurden konsumtiv verwendet. Der Versuch, die bestehenden Ansprüche an das Sozialprodukt über zinsvergünstigte Kredite an Regierung und Wirtschaft aufrechtzuerhalten, muß bei rückläufiger Wirtschaftsleistung zu einer Beschleunigung der Inflation führen. Die Geldmenge expandierte 1993 stärker als im Vorjahr. Auch die Preisentwicklung fällt mittlerweile bedrohlicher aus als in Rußland. Mit einer monatlichen Steigerung der Verbraucherpreise von durchschnittlich 42 vH in den letzten vier Monaten 1993 und im Januar 1994 stand Weißrußland am Beginn einer Hyperinflation. Zwar ging die Inflationsrate im Februar und März 1994 zurück, aber es ist damit zu rechnen, daß die starke Expansion des Budgetdefizits im ersten Quartal wieder zu einer Beschleunigung der Inflation führen wird. Unter diesen Umständen wird es immer schwieriger, den Beschäftigungsstand mit einer Ausweitung des Budgetdefizits und mit Zentralbankkrediten aufrechtzuerhalten. Damit zeichnet sich für die absehbare Zeit ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit bei hoher Inflation ab. Angesichts des Versagens des bisherigen wirtschaftspolitischen Konzepts tritt die Regierung nun offenbar die Flucht in die Wiederbelebung der Rubelzone mit Rußland an. Sie verbindet damit die Hoffnung, einen weiteren Zusammenbruch der Produktion und eine Zunahme der Arbeitslosigkeit durch die Zoll- und Währungsunion mit Rußland doch noch abwenden zu können. Insbesondere wird erwartet, wieder mit Erdöl zu den gegenwärtig noch niedrigen russischen Binnenpreisen beliefert zu werden, alte Absatzmärkte in den GUS-Republiken zurückzugewinnen und sich an russischen Geldschöpfungsgewinnen („seignorage") zu beteiligen. Der Preis dafür ist allerdings eine völlige Aufgabe der geld- und fiskalpolitischen Autonomie Weißrußlands. Ein entsprechendes Abkommen vom April 1994, das keinen konkreten Termin für die Integration des weißrussischen in das russische Geldsystem nennt, läßt der russischen Seite aber ausreichend Spielräume, um die zu erwartenden Belastungen für die eigene Wirtschaft möglichst gering zu halten. Zwar könnte bei einer entsprechenden Stabilisierungs- und Reformpolitik in Rußland die Rubelzone einen Import an Stabilität für Weißrußland bedeuten, jedoch muß eine für Rußland angemessene Geld-, Fiskal- und Einkommenspolitik für Weißrußland angesichts der geringen Fortschritte der Systemtransformation nicht gleichermaßen angemessen sein. Dies wird besonders deutlich in der Verpflichtung Weißruß25 lands, die Löhne und Gehälter im haushaltsfinanzierten Bereich nach Inkrafttreten der Währungsunion den russischen Löhnen anzugleichen, so daß für Weißrußland keine nennenswerten einkommenspolitischen Spielräume zum Ausgleich von Produktivitätsunterschieden verbleiben. Vorschläge zur Lösung der sich zuspitzenden Wirtschaftsprobleme müßten deshalb vorrangig auf der nationalen und nicht auf der internationalen Ebene ansetzen, wobei zwei Bereichen eine Schlüsselrolle zukommt: einer Reform des Finanz- und Kreditsystems sowie einer allgemeinen Deregulierung mit dem Ziel, den marktwirtschaftlichen Strukturwandel in Gang zu setzen. Das Wirtschaftsprogramm der Regierung für 1994 kommt diesen Erfordernissen kaum nach. Weiterhin soll mit umfangreichen Staatsaufträgen und einer zentralen Steuerung fast aller Investitionen dem Zusammenbruch der Produktion entgegengewirkt werden. In einigen Bereichen (Energie, Ressourcen, Aufkauf landwirtschaftlicher Produkte) sollen offenbar die zentralen Kontrollen und die distributive Funktion des Staates noch verstärkt werden. Außerdem will die Regierung 1994 ihre Privatisierungsanstrengungen verstärken, wobei insbesondere die Scheckprivatisierung vorzeitig gestartet worden ist. Damit könnte zwar die bisherige Praxis einer bloßen Umwandlung von Staatsbetrieben in staatliche Aktiengesellschaften durch eine echte Privatisierung ergänzt werden. Allerdings ist angesichts der weitverzweigten staatlichen Kontrollen der Unternehmen und der vielen Ausnahmen von der Privatisierung daran zu zweifeln, daß dadurch handlungsfähige private Eigentumsstrukturen in einem Umfang geschaffen werden, die zu einer spürbaren Erholung und Umstrukturierung der weißrussischen Wirtschaft führen. Zusammenfassend muß konstatiert werden, daß weder die notwendige Kehrtwende in der Reformpolitik derzeit in Sicht ist, noch der Beitritt zur Rubelzone einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise verspricht. Vor diesem Hintergrund kann nicht dazu geraten werden, weitere Finanzmittel für Weißrußland bereitzustellen, zumal die Gefahr besteht, daß Kredite vorwiegend konsumtiv verwendet werden oder angesichts fehlender makroökonomischer Stabilität und „weicher Budgetbeschränkungen" fehlgeleitet werden. Einem schnellen Anstieg der Auslandsverschuldung würde ebenso schnell die Zahlungsunfähigkeit folgen. Nach wie vor bleibt aber ein verbesserter Zugang Weißrußlands zu westlichen Märkten und eine Beteiligung bei der Bewältigung der Folgen von Tschernobyl eine sinnvolle Unterstützung seitens des Westens, die durch technische Hilfe ergänzt werden kann.
    Keywords: ddc:330 ; Währungsunion ; Rubel ; Weißrussland ; Russland
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 3
    Publication Date: 2018-01-25
    Keywords: ddc:330
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 4
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    Unknown
    Hamburg: Verlag Weltarchiv | Springer Heidelberg
    Publication Date: 2018-03-14
    Description: The benefits of development aid have been increasingly called into question in recent times. In such aid superfluous or indeed harmful? Ulrich Hiemenz and Franz Nuscheler address this issue in the following two contributions.
    Keywords: ddc:330 ; Development Aid
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: English
    Type: doc-type:article
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  • 5
    facet.materialart.
    Unknown
    Bonn: University of Bonn, Center for Development Research (ZEF)
    Publication Date: 2018-06-27
    Description: This study describes the macroeconomic determinants of health care spending in a broad context using time series data from Pakistan on economic, demographic, social, and political variables. The data spans a period from 1972- 2006 and was analyzed using cointegration and error correction approaches. All variables were found to be first difference stationary and the results confirm the presence of one cointegrating vector. This proves the existence of a long-run relationship between public health care expenditures and the other variables used in the model. The income elasticity of public health care expenditures is estimated at 0.23. As this value is less than unity it suggests that, contrary to most of the Organization for Economic Co-operation and Development (OECD) countries health care qualifies as a necessity in Pakistan. Urbanization and unemployment are variables that have a negative effect on health care expenditures, with elasticity values of -1.29 and -0.32 respectively, implying that it is costly to provide health care to residents of remote rural areas of Pakistan.
    Keywords: ddc:330 ; Public Health Expenditures ; Unemployment ; Urbanization ; Cointegration ; time series ; Pakistan ; Gesundheitskosten ; Arbeitslosigkeit ; Urbanisierung ; Kointegration ; Schätzung ; Pakistan
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: English
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 6
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: Die beteiligten Institute legen hiermit ihren dritten Bericht über die Wirtschaft Rußlands vor. Der Bericht ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil wird der aktuelle Stand der Wirtschaftsentwicklung und der Reformpolitik dargestellt. Seit der Fertigstellung des zweiten Berichts hat sich die politische und wirtschaftliche Lage in der Russischen Föderation nicht grundlegend geändert. Die politische Blockade zwischen Legislative und Exekutive lähmt weiterhin den Reformprozeß; eine Wende zum Besseren ist nicht zu erkennen. Der zweite Teil des Berichts beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der sozialen Lage der Bevölkerung. Gegenstand der Analyse sind die Entwicklung von Einkommen und Verbrauch, das System der sozialen Sicherung sowie das Angebotspotential für die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Dienstleistungen. Nach wie vor werden die Analysen durch die unsichere politische Lage, den institutionellen Umbruch und das unzuverlässige Berichtssystem erheblich erschwert. Die statistische Berichterstattung hat sich im Zeitablauf sogar noch verschlechtert. Vor allem die Aktivitäten des sich neu entwickelnden privaten Sektors werden kaum erfaßt. Informationslücken konnten nur zu einem geringen Teil durch Befragung staatlicher Stellen und russischer Wissenschaftler vor Ort geschlossen werden, so daß erhebliche Unsicherheiten über den tatsächlichen Ablauf des Transformationsprozesses verbleiben.
    Keywords: ddc:330 ; Einkommen ; Soziale Sicherung ; Russland
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 7
    facet.materialart.
    Unknown
    Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW) | ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Kiel, Hamburg
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: European integration is expected to enhance the attractiveness of EL) countries for domestic and foreign investors. This has caused concerns in developing countries that foreign direct investment there may be diverted to Europe. In preparing for the Single Market, European companies have indeed become more Eurocentric, but this mainly affected their investment activities in the United States. They neglected developing countries only temporarily and largely because of macroeconomic disturbance in Latin America. Likewise, European integration has not induced US and Japanese investors to curtail their investment activities in developing countries either. Sector studies show that closer intra-EU cooperation has not stopped the worldwide globalisation of EU companies: In the EU's automobile sector, the Single Market programme has not reduced the pressure to overcome cost disadvantages through globalised production and marketing. In the chemical sector, globalisation has increased, particularly because of oligopolistic competition for the US market. In the textiles and clothing sector, suppliers have continued their globalisation efforts, as world market conditions have forced them to invest not only in Europe and North America but also in Asian developing countries. Investors are apparently aware that they cannot afford to lock themselves into Fortress Europe, thus foregoing the cost advantages of international sourcing and marketing. Central and Eastern European countries are becoming major partners in the globalisation strategies of EU companies. Investments in this region are, however, unlikely to divert investment flows away from developing countries. In particular, there are no indications that investment locations in Asia have become less attractive. This region being the world's economic growth pole, EU investors have no choice but to improve their position in the highly competitive Asian markets by exporting to, and investing in, these markets.
    Keywords: ddc:330 ; Direktinvestition ; Multinationales Unternehmen ; Europa ; Osteuropa ; Asien ; Entwicklungsländer
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: English
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 8
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: Der Bundesminister für Wirtschaft hat mit Schreiben vom 21. Dezember 1993 das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, das Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle damit beauftragt, das 1992 begonnene Forschungsvorhaben mit dem Titel „Die wirtschaftliche Situation Rußlands und Weißrußlands — wirtschaftliches Potential und mögliche Entwicklungslinien" fortzuführen. Die beteiligten Institute haben nunmehr ihren vierten Bericht über die Wirtschaft Rußlands fertiggestellt. Der aktuelle Stand der Wirtschaftsentwicklung und der Reformpolitik wird im ersten Teil des Berichts dargestellt. Die wirtschaftliche Lage in der Russischen Föderation ließ auch nach Fertigstellung des letzten Berichts keine Anzeichen einer Wende zum Besseren erkennen. Zwar haben sich die monatlichen Inflationsraten seit November 1993 etwas abgeschwächt. Der Produktionsrückgang hat sich in den ersten Monaten 1994 aber erheblich beschleunigt, so daß ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit unvermeidbar ist. Der zweite Teil des Berichts beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Finanzmärkten, deren unzureichende Funktionsfähigkeit eine wesentliche Ursache für den wirtschaftlichen Niedergang ist. Nach wie vor werden die Analysen durch den institutionellen Umbruch sowie die unzuverlässige und inkonsistente statistische Berichterstattung erschwert. Vor allem die Arbeitsmarkt- und die Finanzstatistiken sind lückenhaft und zum Teil widersprüchlich. Der sich neu entwickelnde Privatsektor wird statistisch kaum erfaßt. Informationslücken konnten nur teilweise durch Befragung staatlicher Stellen und russischer Wissenschaftler vor Ort geschlossen werden, so daß erhebliche Unsicherheiten über den tatsächlichen Verlauf des Transformationsprozesses verbleiben.
    Keywords: ddc:330 ; Finanzsektor ; Finanzmarkt ; Russland
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 9
    facet.materialart.
    Unknown
    Kiel: Institut für Weltwirtschaft (IfW) | ZBW - Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft Kiel, Hamburg
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: Stabilisierungsprogramme scheitern häufig an der fehlenden Glaubwürdigkeit der Regierungspolitik im In- und Ausland. Deshalb wird für Osteuropa eine Fixierung des nominalen Wechselkurses als Patentrezept empfohlen, um die Inflationsbekämpfung glaubwürdiger zu machen. Dieser Vorschlag hält einer genaueren theoretischen und empirischen Analyse jedoch nicht stand. Bei festen wie flexiblen Wechselkursen sind die Rückkehr zu geld- und fiskalpolitischer Disziplin sowie eine Drosselung des Preis- und Lohnanstiegs notwendige Voraussetzungen für den Stabilisierungserfolg. Bei festen Wechselkursen besteht jedoch die Gefahr, daß Regierungen im Vertrauen auf den monetären Anker einer ausländischen Währung eigene stabilitätspolitische Anstrengungen unterlassen oder etwa durch Protektionismus Handelsbilanzgleichgewicht herstellen wollen. Beides ist in Lateinamerika häufig mit katastrophalen Folgen für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung versucht worden. Die Glaubwürdigkeit von Stabilisierungsprogrammen erhöht sich — im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung — nicht allein durch fixe Wechselkurse. Dieses Ziel wird nur dann erreicht, wenn Glaubwürdigkeit durch eine Währungsunion mit einem stabilen Partner importiert werden kann. Es ist zweifelhaft, ob die osteuropäischen Staaten einen westlichen Partner finden, der ausreichende finanzielle Transfers als Stabilitätsgarantie bereitstellt. Polen ist nicht die ehemalige DDR. Dem potentiellen Glaubwürdigkeitsgewinn durch eine Währungsunion steht auf jeden Fall gegenüber, daß das "Binden der eigenen Hände" durch einen Verzicht auf geld- und währungspolitische Autonomie den in Osteuropa unausweichlichen Strukturwandel zu behindern droht. Die Erfahrung der französisch-afrikanischen Franc-Zone verdeutlicht, daß aufgrund des garantierten Zahlungsbilanzausgleichs notwendige binnenwirtschaftliche Anpassungen unterlassen wurden. Eine solche Konsequenz wäre für Osteuropa fatal, weil der Zusammenbruch des RGW-Handels und die geplante Liberalisierung des Außenhandels eine hohe Anpassungsflexibilität und -bereitschaft erfordern. Auch ein System flexibler Wechselkurse ist nicht ohne Risiko für den notwendigen Strukturwandel. Spekulative Kapitalbewegungen können zu einem "Überschießen" der nominalen und damit zu überbewerteten realen Wechselkursen führen. Jedoch sind die Risiken eines solchen Wechselkursregimes insgesamt deutlich geringer zu veranschlagen. Zum einen ist es möglich, temporäre Einkommenseinbußen durch eine schrittweise Stabilisierung zu minimieren und damit die Gefahr eines Abbruchs des Reformprogramms zu begrenzen. Und zum anderen entfallen die zusätzlichen Anpassungslasten für die Geld- und Fiskalpolitik, die im Fixkurssystem entstehen, wenn der staatlich festgesetzte nominale Wechselkurs nicht dem neuen Gleichgewichtsniveau entspricht oder externe Schocks auftreten. Aus diesen wie auch den zuvor genannten Gründen empfehlen sich für die osteuropäischen Staaten flexible Wechselkurse.
    Keywords: ddc:330 ; Wechselkurspolitik ; Inflationsbekämpfung ; Glaubwürdigkeit ; Entwicklungsländer ; Osteuropa
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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  • 10
    Publication Date: 2018-09-06
    Description: Der Bundesminister für Wirtschaft hat mit Schreiben vom 22. Mai 1992 dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin, dem Institut für Weltwirtschaft Kiel, und dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle einen Forschungsauftrag mit dem Titel "Die wirtschaftliche Situation Rußlands und Weißrußlands — wirtschaftliches Potential und mögliche Entwicklungslinien" erteilt. Es handelt sich dabei um das erste Teilprojekt einer für mehrere Jahre konzipierten Analyse der Reformprozesse in Rußland und Weißrußland, die mit einer Beratung der Regierungen und Parlamente dieser Länder verbunden werden soll. Die beteiligten Institute legen hiermit ihren ersten Bericht über die bisherigen Reformbemühungen und die Perspektiven für den Transformationsprozeß in Rußland und Weißrußland vor. Bei diesem Bericht handelt es sich schwerpunktmäßig um den Versuch einer Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Lage in den beiden Ländern. Die nach wie vor unsichere politische Lage, der institutionelle Umbruch und das Fehlen eines zuverlässigen Berichtssystems erschweren eine genaue Analyse. Die Institute waren deshalb darauf angewiesen, die erheblichen Informationslücken durch eigene Recherchen vor Ort, durch schriftliche und mündliche Befragungen von staatlichen Stellen und einheimischen Wissenschaftlern sowie durch Zusammenarbeit mit in den Untersuchungsländern ebenfalls engagierten internationalen Organisationen wie Internationaler Währungsfonds und Weltbank zu schließen. Dennoch sind in Teilbereichen erhebliche Unsicherheiten Über den tatsächlichen Ablauf des Transformationsprozesses verblieben. Nach den Vorstellungen des Auftraggebers sollte der Bericht im Umfang knapp gehalten werden. Er konzentriert sich deshalb auf die wichtigsten Aspekte der wirtschaftlichen Entwicklung und der Reformpolitik in der Russischen Föderation. Über die wirtschaftliche Lage in Weißrußland wird lediglich ein kurzer Überblick gegeben. Es ist geplant, die wirtschaftliche Lage Weißrußlands in einem weiteren Bericht ausführlicher zu untersuchen.
    Keywords: ddc:330 ; Wirtschaftslage ; Systemtransformation ; Russland ; Weißrussland
    Repository Name: EconStor: OA server of the German National Library of Economics - Leibniz Information Centre for Economics
    Language: German
    Type: doc-type:workingPaper
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